Bodenseestraße München

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Bodenseestraße, München

Wettbewerb Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage

Auftraggeber

Concept Bau GmbH

Größe

GF 5.952 m²

Fertigstellung

2011

Leistungen

Wettbewerb

Die Konzeption des Entwurfes wird in überwiegendem Maße durch die örtlich wirkenden Rahmenbedingungen des Grundstücks an einer der meistbefahrenen Ausfallstraßen München geprägt. Zukünftig wird das Gebäude direkt an der Bodenseestraße - angrenzend zum öffentlichen Bereich der Pasinger Nordumgehung - stehen; eine der verkehrsträchtigsten Straßen Münchens. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die verkehrlich Belastung auch weit in die Ruhezeiten hinein anhält. Erschwerend kommt hinzu, dass die hauptsächliche Ausrichtung der Wohnungen nach Süden nur auf die unmittelbar davor liegende Bodenseestraße hinaus erfolgen kann, was ein sehr hohes Maß an Berücksichtigung der schallschutztechnischen Einwirkungen erfordertet. Ausgehend von diesen Rahmenbedingen unterliegt dem Entwurf primär das Schallschutzprinzip der doppelschaligen Ausführung der Südfassade mit kostengünstigen Mitteln. Dies wird durch die Vorlagerung von jeweils in Breite der dahinter liegenden Wohnung durchlaufenden Balkonloggien erreicht. Dabei verbleibt die wärmegedämmte Ebene auf der Innenseite der Balkonloggienzone; die gesamte Konstruktion der Balkonloggien kann deshalb kostengünstig aus ungedämmten Stahlbetonfertigteilen erstellt werden. Zusätzlich wirkt die äußere Tragschicht aus Stahlbeton mit ihrer Masse schalldämmend. Ein weiterer Vorteil dieser Konstruktionsweise ist die große Aufenthaltsqualität für die Wohnungen, die dadurch erreicht werden kann. Selbst bei starkem Verkehr können sich die Bewohner auf den großzügigen Balkonloggienbereichen aufhalten; die segmentierten, rahmenlosen und kostengünstigen Balkonverglasungen schirmen die Freisitze wirksam gegen den Außenlärm ab. Falls gewünscht kann sich der Bewohner dennoch entscheiden, die Balkonloggien in voller Breite zu öffnen – dazu werden die Einzelscheiben am Ende des Balkons zu einem Paket zusammengeschoben.
Um die Forderung nach kompakten, kleineren Wohnungen unter den beschriebenen Schallschutzbedingungen adäquat zu lösen, wurden – bis auf die Gebäudeecke - ausschließlich nur durchgesteckte Wohnungen entworfen. So ist selbst in einer kleineren Zweizimmer-Wohnung das Schlafen abgewandt vom Straßenlärm in den ruhigen Wohnhof hin ausgerichtet. Die vorgegebenen Wohnungsgrößen sind dabei auch mit dem hinzuzurechnenden Anteil der Balkonloggien eingehalten.
Positiv wirkt sich hierbei auch das Heranrücken des Gesamtbaukörpers an die tatsächliche Grundstücksgrenze entlang der Bodenseestraße im Süden aus. Hier wurde in den zurückliegenden Planungen sowie im Vorbescheid auf ca. 1,00 m Bauraumtiefe verzichtet in dem auf die Kennzeichnungslinie - aber nicht auf die eigentliche Grundstücksgrenze geplant wurde. Der vorliegende Entwurf berichtigt die Stellung des Gebäudes nun direkt auf der Grundstücksgrenze. Als weiterer positiver Effekt wird dabei eine wesentlich größere Wohnnutzfläche erzielt, die auch einen erheblichen wirtschaftlichen Mehrwert erwarten lässt. Durch die Vorgabe der anzahlmäßig häufigen kompakten Kleinwohnungen errechnet sich eine entsprechende Menge an Stellplätzen, die in einer zweiten TG Ebene untergebracht werden müssen. Die Erschleißung des zweiten UG’s wird dabei ebenfalls kostengünstig und praxisgerecht über eine geradlinige durchlaufende - nicht gewendelte - Rampe hergestellt. Auf Duplex-Parker kann so verzichtet werden. Mit dem vorliegenden Entwurf wird somit Nachweis geführt, wie an schwieriger städtebaulicher Stelle und unter den intensiven verkehrlichen Bedingungen Wohnungen mit hohem Wohn- und Aufenthaltswert generiert werden können.