Dörnberg Johanneshof WA5 Regensburg

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Dörnbergviertel, Regensburg

Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage

Auftraggeber

Dörnberg-Viertel Projekt GmbH & Co.KG

Größe

GF 18.763m²

Fertigstellung

2016

Leistungen

Wettbewerb

Mit dem Bebauungsgebiet „Das Dörnberg“ entsteht im Rahmen der Entwicklung ehemaliger Bahnflächen ein komplett neuer Stadtteil zwischen Dörnberg Park und Bahnlinie. Das Baufeld WA 5 befindet sich zentral nahezu in der Mitte des Entwicklungsgebiets. Es gilt zugleich selbstbewusst das Neue zu markieren und integrativ die Vernetzung mit den anderen Baufeldern und der Umgebung als zusammenhängende „Siedlung“ baulich umzusetzen.

Die städtebauliche Großstruktur stellt eine Kombination einer geschlossenen, städtisch blockhaften Baukörperkubatur entlang der Ladehofstraße und zueinander unterschiedlich ausgerichteter Zeilen im Inneren des Baufelds dar. Die aufeinander zulaufenden Zeilenfluchten lassen spannungsvolle Stadträume entstehen und verstärken die räumlichen Bezüge der Zeilen untereinander.

Die durchgängige Traufhöhe der dreigeschossigen Bebauung orientiert sich an der städtebaulichen Intention des Bebauungsplans. Es entsteht eine homogene Dachlandschaft. Die Bebauung ist mit einem Sockel als „Hochparterre“ vom öffentlichen Raum abgesetzt, so dass der Übergang öffentlich – privat spürbar wird. Gleichzeitig ist die Erschließung vom öffentlichen Straßenraum mit Rampen barrierefrei möglich, so dass der öffentliche mit dem privaten Raum verzahnt wird.Die langgestreckten, liegenden Baukörper werden durch leichte Versätze differenziert gegliedert und proportioniert. In ihrer Anmutung bleiben die Baukörpervolumen stets ruhig ablesbar.

Die Gebäudestruktur ermöglicht die Gliederung der Gesamtbaumasse in drei mögliche Bauabschnitte, welche ebenso real geteilt werden können. Die einzelnen Bauabschnitte können autark funktionieren. Die Bauabschnitte verfügen über eigenständige Erschließungen, TG-Zufahrten und Allgemeineinrichtungen. Die Struktur ist insbesondere im Untergeschoss so flexibel gehalten, dass auch der Zusammenschluss der einzelnen Bauabschnitte jederzeit umsetzbar ist.

Die Zugänglichkeit zu den einzelnen Erschließungskernen erfolgt im Sinne der Adressbildung und Orientierung entlang der Ladehofstraße vom öffentlichen Raum und bei den Gebäudezeilen von Osten ebenfalls aus den öffentlichen Zwischenbereichen aus. Den barrierefreien Hauszugängen sind jeweils Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Kinderwägen und Mobilitätshilfen im Untergeschoss zugewiesen, um den unterschiedlichen Bewohnergruppen mit ihren individuellen Bedürfnissen funktional gerecht zu werden.

Die einzelnen Häuser sind modular aufgebaut. Den aus Treppenhaus und Aufzug bestehenden Erschließungskernen werden abhängig von der Baukörperlänge entsprechend dem gewünschten Wohnungsmix 1,5- Zimmer, 2-Zimmer, 3- Zimmer und 4-Zimmer Wohnungsmodule zugeschaltet. Die Wohnungen sind in den Geschossen übereinanderliegend gleich, so dass keine Verzüge von Sanitärinstallationen und damit verbundene Kosten notwendig werden.  

Die Fassadengestaltung differenziert zwischen extrovertierten und introvertierten Gebäudeseiten.

Zur lärmbeaufschlagten Ladehofstraße und bei Nebennutzungen werden die Fassaden geschlossener gehalten. Die Fenster haben kleinere Formate und sind als Brüstungsfenster gestaltet. Die zu ruhigen Zonen, nach Süden und Westen orientierten Fassaden zeigen sich mit großzügiger proportionierten, bodentiefen Fensteröffnungen offener. Zunächst rhythmisieren  die Fensterlochungen gleichmäßig die Ansichten. Die Putzfassaden sind mit mehreren Motiven angereichert. Durch die Ausbildung eines Strukturputzes im Erdgeschossbereich erfolgt eine Gliederung in Sockelzone und Obergeschosse. Sowohl die Fensterlochungen als auch die Loggienöffnungen werden mit verschiedenen Faschenmotiven dekoriert. Teils als Positivvolumen hervortretend, teils als Negativvolumen nach „innen“ eingedrückt. Die Ansichtsbreite der Faschen variiert dabei subtil. Die Wahl der Motive und deren Umsetzung schlägt als Reminiszenz eine Brücke zwischen klassischen Sehgewohnheiten und Modernität.