Frauenhoferstraße München

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Frauenhoferstraße 43, München

Wettbewerb Neubau eines Wohnhauses mit Tiefgarage

Auftraggeber

Concept Bau GmbH

Größe

GF 2.803 m²

Fertigstellung

2012

Leistungen

Wettbewerb

Blickt man die Reichenbachbrücke stadteinwärts, bildet das Bauvorhaben Eckgebäude Fraunhoferstrasse 43 / Erhardstrasse zusammen mit dem Eckgebäude Auenstrasse 2 / Fraunhoferstrasse den Eingang zur Innenstadt Münchens. Insofern kommt dem Neubau die Wirkung eines Torbaues zu, wie er wohl in historischer Zeit am Brückenende ebenfalls vorhanden war. Die nähere Umgebung des Baugrundstücks wird durch innerstädtische, verdichtete Bebauung mit geneigten Dächern geprägt. Es liegen geschlossene Blockstrukturen vor. Die heutige Bestandssituation wird von jahrzehntelang lückenhaften Behelfsbauten geprägt. Es handelt sich somit um die Entwurfaufgabe einer Stadtreparatur.Der Entwurf geht deshalb zunächst vom Gedanken einer Blockrandschließungaus. Um dabei ein möglichst homogenes städtebauliches Erscheinungsbildherzustellen, nimmt der Entwurf das prägende Gestaltungsmerkmal der geneigten Dächer aus der Umgebung auf. Insbesondere wird die geneigte Dachlandschaft der unmittelbar benachbarten Giebelanschlüsse konturgleich aufgenommen und im Neubauvolumen weitergeführt. Um nicht die bloße Funktionalität von herkömmlichen Satteldachkonstruktionen auszubilden wird jedoch eine mehrfach gebrochene Dachfiguration aus verschiedenen Dreiecksformationen gewählt, die sowohl das Merkmal des geneigten Daches ins sich trägt aber die Dachlandschaft des geneigten Daches neu interpretiert. Ganz wesentlich ist dabei auch der Umgang mit den unterschiedlich hohen Traufanschlüssen an die Bestandsgebäude in der Baaderstrasse und der Erhardstrasse. Um auch hier eine Neuinterpretation des konturgleichen Anbauens darzustellen, verlaufen die Traufseiten des Neubaus in kontinuierlichen Schrägausbildungen bis zum nächsten Anschlusspunkt durch, was ebenfalls durch die gewählte Dachkonstruktionsweise der zusammengesetzten Dreiecksformationen ermöglicht wird. Der Entwurf nimmt weiterhin den Gedanken der Torausbildung auf, da der Blick von der Brücke den Eingang zur Stadt bildet. Maßgeblich ist dabei das Bestands-Eckgebäude Auenstrasse 2. Um den Gedanken des
Stadteingangs auch städtebaulich hervorzuheben, wurde dieses Gebäude bereits in der Historie mit einer um ein Geschoß erhöhten Trauf- und Firstausbildung zur Ecke Fraunhoferstrasse errichtet. Der Entwurf des Neubaues macht sich diese Bestandssituation zu eigen und bildet auch auf der gegenüberliegenden Seite an der Ecke Fraunhoferstrasse / Erhardstrasse eine identische Baumasse mit einer gleich hohen Eckausbildung aus. Die Dachneigung des Neubaues wird ebenfalls in gleicher Neigung wie bei dem Bestandsgebäude Auenstrasse 2 ausgebildet. Durch diese Adaptionen an die städtebaulichen Prägungen der gegenüberliegenden Ecksituation wird mit den historischen Maßverhältnissen aus der Umgebung die erwünschte Wirkung einer Torsituation als Eingang zur Stadt hergestellt. Um die Wirkung der Torsituation auch aus der Blickrichtung der Innenstadt in der Fraunhoferstrasse deutlich zu machen, nimmt der Entwurf durch die Abbildung des Höhenversatzes in der Traufe der Gebäude Auenstrasse 2 zu Fraunhoferstrasse 44 ein weiteres Element aus der Umgebung auf und projiziert es auf die Neubausituation. Es liegen sich somit zwei gleich lange Fassadenabschnitte mit gleich hoher Trauf- und Firstausbildung in der Fraunhoferstrasse gegenüber. Die Maßstäblichkeit der Umgebung wird somit ganzheitlich in den Neubau einbezogen. Die Fassadengestaltung lebt von der Wirkung einer ruhigen Lochfassade. Aufgrund der erheblichen Lärmauswirkung der umgebenden Straßen und Straßenkreuzungen sind sämtliche Fensterkonstruktionen als Doppelverglasungen angedacht. Um den zukünftigen Bewohnern auch unter
diesen Umständen die Möglichkeit eines Freisitzes zu geben, werden die Fensterkonstruktionen zum Innenbereich als Loggien aufgeweitet. Die Fensterproportionen folgen dabei der Überlegung, den Nachteil der Innenbezogenheit aufgrund der Lärmauswirkungen durch großzügigere Ausblicke auf die Isarauen auszugleichen.