Lessingstraße München

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Lessingstraße 3, München

Neubau eines Wohngebäudes mit Tiefgarage

Auftraggeber

CORPUS SIREO Projektentwicklung Wohnen GmbH

Größe

GF 2.050 m²

Fertigstellung

2015

Leistungen

Grundlagenermittlung

Vorentwurfsplanung

Entwurfsplanung

Genehmigungsplanung

Ausführungsplanung

In der Münchner Ludwigsvorstadt nahe der Theresienwiese entstand der Neubau eines Wohngebäudes in der Lessingstraße anstelle eines Verwaltungsgebäudes aus den 1950er Jahren. Im Umfeld eines Villenviertels aus dem 19. Jahrhundert bewegt sich der Entwurf im Spannungsfeld zwischen Ensembleschutz, dem Einfügen in eine historisch  gewachsene Umgebung und modernen Ansätzen in der Architektursprache. Die historische Grundhaltung der Umgebung wird nicht zitiert sondern übersetzt und weitergedacht. Städtebaulich vervollständigt der Neubau mit seinem L-förmigen Grundriss den ebenfalls L-förmigen Grundriss des Nachbargebäudes. Gemeinsam ergeben die beiden Gebäude wieder die ortstypische U-förmige Grundrisskubatur, der in offener Bauweise gestalteten Stadtvillenbebauung. Die Fassade ist im Kontext der Umgebungsbebauung als verputzte Lochfassade entworfen. Dabei werden Proportionen für die Fensteröffnungen von den denkmalgeschützten Nachbargebäuden abgeleitet und als bodentiefe Verglasung neuinterpretiert. Durch das subtile gegeneinander Versetzen der Fenster über die Geschosse hinweg wird bewusst mit der tradierten Sichtweise geradlinig übereinanderstehender Fenster gebrochen. Das Fensterelement selbst ist im Detail von einer farblich beschichteten Aluminiumblechlaibung eingefasst, welches die Fensterprofile verdeckt und dadurch rahmenlos erscheinen lässt. Die Absturzsicherung der bodentiefen Fenster tritt als ebenfalls rahmenlose Glasbrüstung in den Hintergrund. Die Lochwirkung der Fenster wird auf diese Weise in der Fläche der Wand prägnant betont. Die filigrane horizontale Bänderung übersetzt das Motiv historischer Gesimsbänder in eine moderne architektonische Haltung. Die Gebäudeecken sind ebenso wie die geschwungenen Balkonbrüstungen abgerundet und kontrastieren mit den rechteckig geschnittenen Fassadenlochungen der Fenster. Die Grundrisse der insgesamt 14 Wohnungen sind als 2- bis 4-Zimmer Wohnungstypen mit unterschiedlichen Grundkonzepten entworfen. Es sind sowohl offene wie abgeschlossene, kompakte und familiengerechte, barrierefreie und Maisonette-Typologien konzipiert, so dass das Gebäude von einer vielschichtigen Nutzerschaft mit unterschiedlichsten Bedürfnissen bewohnt werden kann. Die Struktur und Konstruktionsweise ist auf Flexibilität ausgelegt, so dass Grundrisse auch bei sich ändernden Lebensabschnitten verändert werden können. Grundsätzlich sind alle Geschossebenen, alle Wohnungen und sämtliche Austritte des Gebäudes barrierefrei erreichbar. Für einen nachhaltigen Gebäudeunterhalt wird der energetische Standard nach KFW70 EnEV 2009 umgesetzt und die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt München genutzt.