Paul-Gerhard-Allee WA 2.1 München

zurück | Info | Bilder

Paul-Gerhard-Allee, München

Wettbewerb Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage

Auftraggeber

CORPUS SIREO Projektentwicklung Wohnen GmbH

Größe

GF 27.877 m²

Fertigstellung

2015

Leistungen

Wettbewerb

Mit dem Gebiet an der Paul-Gerhardt-Allee entsteht im Rahmen der Entwicklung „Zentrale Bahnflächen“ ein komplett neuer Stadtteil innerhalb Pasings bzw. Obermenzings. Das Baufeld WA 2(1) befindet sich am Auftakt des Areals und somit direkt an der Schnittstelle zwischen dem gewachsenen Viertel mit seinen Bestandsbauten und der Neubebauung. Es gilt zugleich selbstbewusst das Neue zu markieren und die Vernetzung zur vorhandenen Stadt zu erreichen. Die Großstruktur des städtischen Blocks gliedert sich durch unterschiedliche Attikabzw. Traufkanten. Der Hochpunkt an der Nord-West Ecke schöpft
die nach Bebauungsplan mögliche Höhe von 29,5 m aus, um die Eckbetonung innerhalb der städtebaulich gewünschten Höhenstaffelung der Blockstruktur prägnant zu setzen. Die Höhensprünge der 4-6 geschossigen Gebäudeteile sind mit Einschnitten und Zäsuren markiert, die auch gemeinschaftlich genutzte Flächen ermöglichen. Durchgänge im Erdgeschoss und die aufgelöste Baukörperstruktur der östlichen Punkthäuser ordnen das Baukörpervolumen und bilden zugleich die fußläufige Anbindung des Blocks mit der Umgebung. Die Gebäudestruktur ermöglicht die Erstellung der Gesamtbaumasse in drei Bauabschnitten. Die einzelnen Bauabschnitte können autark funktionieren. Jeder Bauabschnitt verfügt über eigenständige Erschließungen, TG-Zufahrten und Allgemeineinrichtungen, so dass auch Realteilungen
möglich sind. Die Struktur ist insbesondere im Untergeschoss so flexibel gehalten, dass auch der Zusammenschluss der einzelnen Bauabschnitte jederzeit umsetzbar ist. Die einzelnen Häuser sind modular aufgebaut. Das Grundmodul wird durch drei Strukturprinzipien definiert: Einteilung eines Trennwandrasters, Positionierung dienender Nutzungen in einer „Servicezone“ in der Mitte des Baukörpers und Vorhaltung einer Schicht für Freibereiche. Innerhalb dieser Struktur können flexible Grundrisse als ein- und zweigeschossige, durchgesteckte, kleinteilige, loftartige, familiengerechte, mit beidseitig orientiertem Freisitz ausgestattete Wohnungstypen realisiert werden. Zimmer sind zuschaltbar oder bei veränderter Lebenssituation wieder abtrennbar. Die einzelnen Wohnungstypen sind variabel miteinander kombinierbar. Ausgehend vom Baukörpervolumen des Blocks und dessen Fassadenlängen
bildet die Höhenstaffelung die erste Form der Gliederung. Das Bild dieses kubisch geschnittenen Volumens wird im Fassadenentwurf aufgegriffen und mit vier Gestaltungsprinzipien überlagert.
Prinzip 1: „Faltung“
Die vertikale Faltung der Außenwand teilt die Fassade in Einzelproportionen und bricht dadurch ihre Länge.
Prinzip 2: „Überlagerung Loggienschicht“: Um unterschiedliche Tiefenwirkungen auf der Fassade zu erzeugen, werden einzelnen Abschnitten Loggienzonen vorgelagert. Die Faltung tritt hier in die zweite Ebene.
Prinzip 3: „Bänderung Brüstungen“ Innerhalb der vorgelagerten Loggienebene werden die Brüstungen der einzelnen Freisitze horizontal und vertikal miteinander verbunden oder bewusst auf Lücke gesetzt. Losgelöst von der Notwendigkeit der Nutzung wird das Motiv unterschiedlicher geschossübergreifender Bänderungen als Großform auf die Fassade projiziert und erreicht hier einen Maßstabssprung. Die Bänderung tritt räumlich als Negativvolumen in Erscheinung. Die Brüstungen werden als transluzentes Material mit einem Floralmuster bedruckt.
Prinzip 4: „Bänderung Faschen“: Das Motiv wird als Positivvolumen in Form eines Faschendekors auf die gefaltete Putzfassade übertragen.